Sonntag, 18. Februar 2018

Seit Januar ist einiges anders.....

Der Januar hatte es für uns in sich, am liebsten würde ich ihn für immer streichen, aber das geht leider nicht.

Seit dem 17.Januar wissen wir, das Sohnemann Diabetes Typ 1 hat. Es war natürlich erstmal ein Schock und die ersten Tage waren hart. Gerade für ihn, denn wie soll man einem Kind erklären, das vieles plötzlich nicht mehr so ist, wie es mal war aber trotzdem irgendwie gleich. Es geht eigentlich nicht.

Alles fing damit an, das wir uns schon im Dezember wunderten, das er sehr viel trank und rapide Gewicht verlor. Sachen, die wir erst kurz vorher gekauft hatten und die super passten, schlackerten nur so an ihm herum. Dann kam der Morgen des 15. Januar, ihm war schwindlig, er hatte Sehstörungen und war total schlapp. Also zum Arzt. Der vermutete Migräne, weil ich die auch habe, aber mein Hinweis zum Trinken und dem Gewichtsverlust machte unseren Arzt sofort hellhörig.

Allein schon dieser erste Zuckertest war ein Schock. Am nächsten Tag wurde nüchtern Blut genommen und getestet. Für uns hieß das nochmal 24 Stunden warten, um dann in der Praxis mit den Worten "Sofort in Krankenhaus!" empfangen zu werden. Also nach Hause, die Arbeit und die Schule informieren, Tasche packen und los. Ich werde nicht vergessen, das wir im dicksten Schneegestöber mit einer Sicht gleich null los gefahren sind, mein Sohn total geschockt und ich irgendwie rational.

Nach der Ankunft im Krankenhaus und der ersten Untersuchung gab es für fast 2 Tage Infusionen. Nach der ersten Nacht im Krankenhaus ging es mit dem Lernen los und dem Begreifen, das wir ab sofort damit Leben müssen. Mir hat es das Herz zerrissen, wenn er gerade Abends im Bett lag und weinte. Weil er nicht begreifen konnte, das gerade ihm das passiert. Dann kam ein Junge zu ihm aufs Zimmer, ein Jahr älter, den Kopf angeschlagen und zu Bettruhe verdonnert. Er war abgelenkt, hatte jemanden zum reden und plötzlich war dieses Gespenst Diabetes nicht mehr so schlimm. Der Junge hat ihn ermutigt, offen dafür zu sein und es anzunehmen. Dafür bin ich dem Jungen so dankbar.

Ab da ging es aufwärts. Sohnemann spritzte sich plötzlich selbst, das Abwiegen der Mahlzeiten klappte super und auch das Verständnis wuchs. Nach knapp 2 Wochen durften wir gut gerüstet wieder nach Hause und wie es dann so ist, hat es die Mama, also mich, komplett umgehauen. Aber wir haben das gemeistert. Alle zusammen.

Seit einer Woche ist er auch wieder in der Schule, die Lehrer sind offen und auch seine Mitschüler haben sehr positiv reagiert. Was hatte er Angst vor dem ersten Schultag. Eine Lehrerin hat sogar für die Klasse extra eine Stunde zum Thema Diabetes gemacht. Darüber war ich sehr positiv überrascht.

Langsam normalisiert sich unser Alltag wieder, aber was ist schon normal. Wir achten bewusster auf unsere Ernährung, unseren Tagesablauf. Genießen schöne Momente ein bisschen mehr als früher und lernen jeden Tag etwas dazu.

Vielleicht gibt es ja bei dem einen oder anderem von Euch auch ein Diabetes-Kind oder irgendwann werdet Ihr mit dieser Diagnose konfrontiert. Es ist eine Veränderung aber kein Weltuntergang, eine positive Einstellung macht manches leichter.

In diesem Sinne

Karina




Kommentare:

  1. Moin liebe Karina, es tut mir sehr leid. Ich finde es klasse wie du damit umgehst. Es zerreißt einem sicher das Mutterherz. In unserer Nachbarschaft ist auch ein Junge von 12 Jahren, der plötzlich Diabetes bekam. Er geht auch sehr bewundernswert damit um. Ich drücke dir die Daumen, dass ihr die Krankheit gut in den Griff bekommt und dein Sohn ein schönes Leben mit Diabetes hat. Sei ganz lieb gegrüßt Puschi♥

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  2. Liebe Karina,
    ich weiß, wie es euch geht. Am 5.01.2015 wurde bei unserer Tochter Diabetes Typ 1 festgestellt. Auch bei ihr bemerkten wir die gleichen Symptome. Nach 10 Tagen im Krankenhaus, Elternschulung und "Spritzenführerschein"konnten wir wieder zurück ins Familienleben. Der anfängliche Schock hat sich gelegt. Nun lebt unsere Tochter schon über 3 Jahre mit Diabetes und wir kommen gut zurecht. Klar muss man sich umstellen, lernen, wie man BE berechnet und wie viel Einheiten Insulin man spritzen muss. Aber das Leben geht weiter. Wir haben uns eingestellt und ihr schafft das auch! Unsere Tochter ist nun schon 9 Jahre alt, spritzt sich selbst. Nur beim Berechnen der Kohlenhydrate und der Menge des Insulins müssen wir als Eltern noch helfend zur Seite stehen. Ich wünsche euch vor allem Zuversicht und Geduld und ein gutes Miteinander. Liebe Grüße Grit

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